Über den Verein


Die Kleingartenanlage Mainz-Mombach e.V. gehört zu den größten Anlagen der Stadt Mainz und liegt in der malerischen Kulisse direkt am Rheinufer.

Die Gartenanlage besteht aus 118 Gärten, 48 im Oberen Wörth, 70 im Unteren Wörth. Die Gärten haben in der Regel eine Größe von rund 600 Quadratmeter und verfügen über einen Wasseranschluss.

Verbindliche Rahmenbedingung finden sich in der Vereinssatzung und der Gartenordnung vom Stadtverband Mainz der Kleingärtner e.V.


Ein Blick in die früheren Jahre…

… Vereinsmitglied Horst Lamby erinnert sich:

Der Verein „Kleingärtnerverein Mainz-Mombach e.V.“ wurde vermutlich im Jahr 1921 gegründet, der erste Eintrag ins Vereinsregister erfolgte im Jahr 1934.

Das Gartengelände bestand ursprünglich aus Streuobstwiesen, hauptsächlich bepflanzt mit Zwetschgenbäumen. In einigen Gärten stehen noch heute solche Bäume. Auch in den 1950er Jahren wurde in den Gärten nur Obst und Gemüse angebaut. Rasen gab es überhaupt nicht, Blumen nur vereinzelt. Das Erntegut wurde von den Kleingärtnern, die damals alle aus Mombach stammten, vorwiegend mit Handwagen, die größtenteils während des 2. Weltkrieges in der Westwaggon hergestellt wurden, nach Hause gefahren. Damals wurde noch der seit etwa 30 Jahren geschlossene Bahnübergang „Wildenstein“ benutzt. Maschinen wurden noch nicht eingesetzt.

Im Oberen Wörth war ein Teil der Gärten (heute Nr. 34 – 48) sehr lang und schmal. Sie reichten vom Weg am Sommerdamm bis zu dem anderen Weg in der Nähe des Winterdammes. Sie wurden in den 60er Jahren geteilt. Dadurch wurden sie kürzer, aber breiter.

Um diese Zeit wurden die Gärten im Oberen Wörth von der Stadt Mainz eingezäunt. Im Unteren Wörth wurde der Zaun entlang des Sommerdammes in den 70er Jahren von den Pächtern selbst erstellt. Das Zaunmaterial wurde von der Stadt Mainz gestellt. Das Zugangstor hat jeder Pächter selbst bezahlt. Der Mittelweg im Unteren Wörth wurde in den 60er Jahren von der Stadt Mainz hergerichtet. Damals wurden auch die inzwischen stark in Schieflage geratenen Randsteine gesetzt.

1958 wurde das Vereinsheim errichtet, zunächst allerdings nur der höher gelegene Teil. Es wurde die Hälfte (die andere Hälfte bekam ein anderer Mainzer Kleingartenverein) einer ursprünglich 1936 in einer Werft in Gustavsburg errichteten Baracke aufgestellt. Der tiefer liegende Teil wurde 1967 hergestellt. Der Bau sollte ursprünglich der Lagerung von Dünger und Torf, die der Verein in großer Menge kaufen und danach an die einzelnen Pächter weiterverkaufen wollte, dienen. Hierzu kam es jedoch nie. Schon kurz nach der Errichtung wurde ein bescheidener Getränkeausschank, hauptsächlich für die Mitglieder, eingerichtet. Dieser Ausschank wurde mit häufig wechselnden Betreibern, die Pacht an den Verein zahlten, bis Dezember 2009 betrieben. Viele Jahre lang gab es zu Beginn weder einen Strom- noch einen Telefonanschluss. Es war eine Gasbeleuchtung installiert. In der Küche wurde mit Propangas gearbeitet. Außerdem befand sich dort ein alter Herd, der mit Holz befeuert wurde. Das gleiche galt auch für den Gastraum.

Der Stromanschluss für das Vereinsheim wurde 1973 in Eigenleistung hergestellt. Von den Mitgliedern wurde mit der Hand ein Graben vom Vereinsheim zu der Trafostation gegenüber dem Hochwasserpumpwerk ausgehoben, in den das Stromkabel verlegt wurde. 1982 wurde ein Telefonanschluss als Freileitung hergestellt.

Das Vereinsheim hatte zunächst auch keine richtige Wasserversorgung. Hinter dem Vereinsheim (in Höhe der Küche) wurde ein Rohr in den Boden getrieben und mittels einer Handpumpe in der Küche Wasser gefordert. Eine 2. Handpumpe befand sich vor dem Vereinsheim, wo heute die Betonringe sind.

Die sehr einfache Toilette befand sich ursprünglich im hinteren Teil des Grundstücks, wo heute der Holzschuppen steht. 1979 wurde die heute noch bestehende Toilette in Eigenregie unter Einsatz von vielen freiwilligen Helfern gebaut. Damals wurde auch ein neuer Wasseranschluss hergestellt. In dem kleinen Maschinenraum (im Toiletten­gebäude) wurde wiederum ein Rohr in den Boden getrieben und eine elektrische Pumpe angeschlossen. Damit wird Wasser für die Toilette und die Küche des Vereinsheimes gefordert. Die Jauchegrube musste regelmäßig von einer Firma geleert werden. Die Rechnungen hat die Stadt Mainz bezahlt. Wir mussten im Gegensatz Kanalbenutzungsgebühr an die Stadt zahlen, die allerdings niedriger war als die Abfuhr­kosten.

1971 haben wir unsere Gärten (beide Teile) an die Bewässerung der Mombacher Landwirte angeschlossen. Die Leitungen in unserer Gartenanlage haben wir selbst gelegt. Die Bewässerungsanlage der Landwirte ist in den 50er Jahren errichtet worden. Es handelt sich um Rheinwasser, das dem Rhein kurz unterhalb der Mombacher Kanuvereine entnommen wird.

Früher wurden vom Verein häufig Feste wie Sommerfeste, Erntedankfeste oder Weihnachtsfeiern für die Kinder der Mitglieder durchgeführt. Es wurde auch kurze Zeit eine Vereinszeitung herausgegeben.

Völlig vom Wasser des Rheins überschwemmt wurden unsere Gärten in den Jahren 1970, 1988 und 1995. Am schlimmsten war es 1988. In diesem Jahr (31. März) stand das Wasser 2 Meter hoch in den Gärten. Es war über den Sommerdamm gelaufen. Bei den früheren Überschwemmungen war der Sommerdamm gebrochen.